Festhaltetherapie nach Sebastiana Di Bella
Bei diesem Seminar geht es um körperorientierte Verfahren zur Traumabewältigung und Atemregulation. Das Seminar bietet einen strukturierten, fachlich begleiteten Zugang zu körperorientierten Verfahren der Traumaverarbeitung unter besonderer Berücksichtigung atemgestützter Regulationsprozesse. Im Fokus steht die Arbeit mit dem autonomen Nervensystem sowie die gezielte Aktivierung und Integration somatisch gespeicherter Erfahrungsinhalte.
Bestandteile der Maßnahmen
Ziel des Seminars ist es, Teilnehmenden einen sicheren und professionell gehaltenen Erfahrungsraum zu eröffnen, in dem sie lernen, körperliche Reaktionsmuster im Kontext von Stress- und Traumaerfahrungen wahrzunehmen, zu modulieren und nachhaltig zu regulieren. Die Teilnehmer werden Schrittweise herangeführt. Dabei werden sowohl ressourcenorientierte und aktivierende Interventionen während der Vorbereitung und der Durchführung des Prozesses berücksichtigt. Alle Teilnehmer erhalten ausreichend Integrationszeit und werden von einer Peergroup auch im Nachgang an den Selbsterfahrungsprozess begleitet.
Methodischer Ansatz
Die Arbeit basiert auf einem Wechsel zwischen beruhigenden und aktivierenden Atemtechniken. Durch gezielte Atemführung werden unterschiedliche Zustände des autonomen Nervensystems adressiert, insbesondere Reaktionsmuster wie Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsmodi. Die Teilnehmenden erfahren, wie sich diese Zustände im Körper manifestieren und wie sie durch bewusste Regulation des Atems beeinflusst werden können.
Ein zentrales Element stellt die Förderung der interozeptiven Wahrnehmung dar. Hierzu arbeiten die Teilnehmenden phasenweise mit einer Augenbinde, um äußere Reize zu reduzieren und die Aufmerksamkeit auf innere Prozesse zu lenken. In diesem Zustand können Geburtserinnerungen, belastende oder traumabezogene Erinnerungsinhalte aktiviert werden, wobei der Fokus auf dem körperlichen Erleben und nicht auf kognitiver Analyse liegt.
Begleitete Prozessarbeit in Peergruppen
Die Teilnehmenden arbeiten in konstanten Peergruppen, die während des gesamten Prozesses eine co-regulierende und stabilisierende Funktion übernehmen. Durch achtsamen physischen Kontakt – wie das Halten der Hand oder unterstützende Berührungen im Bereich von Bauch, Brust oder Schulter – wird das Nervensystem gezielt angesprochen. Ergänzend kann durch sanften, dosierten Druck eine somatische Erdung unterstützt werden.
Bei auftretenden intensiven Reaktionsmustern (z. B. vegetative Aktivierung, Zittern, muskuläre Spannung oder Immobilität) wird der Prozess nicht unterbrochen, sondern unter fachlicher Anleitung begleitet, bis eine selbstregulative Beruhigung eintritt. Ziel ist die schrittweise Auflösung dysfunktionaler, im Körper gespeicherter Reaktionsmuster sowie die Integration neuer, regulierender Erfahrungen.
Fachliche Begleitung
Eine erfahrener Emotion Manager*in ist integraler Bestandteil der Peergruppenstruktur und begleitet die Teilnehmenden vor, während und nach den einzelnen Prozesseinheiten. Die Aufgabe besteht darin, potenziell destabilisierende Einflüsse frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Interventionen zu regulieren.
Dies umfasst insbesondere:
In der Nachbereitung werden die Erlebnisse im Feedbackgespräch gemeinsam reflektiert und in einen nachvollziehbaren Zusammenhang eingeordnet, um eine nachhaltige Verankerung im Erleben zu unterstützen.
Zielsetzung
Das Seminar verfolgt das Ziel, neue regulatorische Erfahrungen im Körper zu ermöglichen und adaptive Muster im Nervensystem zu etablieren. Teilnehmende lernen, auch bei intensiver Aktivierung handlungsfähig zu bleiben und Zustände von Sicherheit, Selbstwirksamkeit und innerer Stabilität zu entwickeln.
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich an Teilnehmende mit einem persönlichen Anliegen im Bereich Stress- oder Traumaerfahrung,
Ärztinnen und Therapeutinnen, die ihr methodisches Repertoire um körperorientierte Ansätze erweitern möchten,
angehende Emotion Manager*innen sowie Fachpersonen aus angrenzenden Bereichen der Begleit- und Prozessarbeit.
Hinweis
An diesem Seminar nehmen gesunde Menschen teil. Dieses Seminar stellt keinen Ersatz für eine ärztliche, psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlung dar. Es handelt sich nicht um eine Traumatherapie zur Bewältigung oder Integration persönlicher Trauma, sondern um ein erfahrungsorientiertes, begleitendes Angebot zur Selbsterfahrung und Kompetenzentwicklung im Bereich der Körper- und Atemarbeit.
Teilnehmende tragen Eigenverantwortung für ihre physische und psychische Belastbarkeit und Gesundheit. Eine achtsame Selbstwahrnehmung sowie die Wahrung individueller Grenzen sind integraler Bestandteil des gesamten Prozesses.
Seminar Festhaltetherapie
Verfahren der Körperarbeit zur Traumabewältigung, Atemtechniken (Flucht, Kampf, Starre Modus, Auflösung von gekoppelten Informationsmustern im Körper)
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Zeiten:
1. Tag: 09.30 Uhr - 20.30 Uhr. Anschließend Gruppen- und Einzelsitzungen möglich
2. Tag: 09.30 Uhr - 18.30 Uhr. Anschließend Gruppen- und Einzelsitzungen möglich
Mittagszeiten: 12.00 Uhr - 13.00 Uhr
Kaffeepausenzeiten: 15.00 Uhr - 15.30 Uhr
